mein Weg zum Vegetarier…

Ich glaube jeder Vegetarier wird des öfteren gefragt, wieso man eigentlich Vegetarier ist. Heute will ich euch erstmal erzählen, wie ich überhaupt dazu gekommen bin kein Fleisch mehr zu essen und wie es für mich war/ ist.

Also angefangen hat alles mit einer Person, die für mich wie eine Schwester ist. Sie ist schon gefühlt ewig Vegetarier (mittlerweile schon Veganer) und durch sie habe ich das erste Mal überhaupt so richtig über Vegetarier nachgedacht. Zwar stand es da für mich noch außer Frage, dass ich selbst mal einer werde, aber ich habe es einfach aus Spaß mal für einen Monat ausprobiert (war aber nicht unbedingt trauerig danach wieder Fleisch zu essen).
So in der Zeit haben wir auch in der Schule recht oft über Tierhaltung und so weiter geredet und haben in Reli einen Film dazu gesehen (Die Ironie des ganzen war es, als einer meiner Mitschüler am Ende des Films eine Fliege getötet hat. :D). Während des Filmes wurde mir erst richtig klar, was für ein Leben (falls man es überhaupt so nennen kann) diese Tiere in diesen „Ställen“ haben.
Seit diesem Tag hatte ich beim Fleischessen schon immer so ein komisches Gefühl in der Magengegend (eher sprichwörtlich gemeint) und habe mir ständig bewusst gemacht was ich da gerade eigentlich esse.
Dem ganzen die Krone aufgesetzt hat ein Mittagessen bei meiner Omi, wo wir Grillhänchen (das Zeug wo man das Fleisch von den Knochen direkt isst) gegessen haben und ich mich wirklich zusammenreißen musste, um das Hänchen zu essen, da mir so bildhaft deutlich wurde, dass das auf meinem Teller man gelebt hat genau wie ich.
Direkt am nächsten Tag habe ich meiner weinig begeisterten Mutter berichtet, dass ich kein Fleisch mehr essen werde. Zuerst hat sie gedacht, dass ich bloß eine Phase durchmache und hat die ganze Zeit gehofft, dass ich eines Tages in die Küche komme und sage: „Ach, übrigens esse ich wieder Fleisch!“ Seit über drei Jahren ist dieser Tag aber noch nicht gekommen und ich kann mir nicht vorstellen, dass er in der nächsten Zeit noch kommen wird. Neben meiner Mutter war auch mein Bruder relativ skeptisch und absolut davon überzeugt dass ich meiner „Für-mich-wie-eine-Schwester“ bloß nachmache, um ihr zu gefallen (dem war nicht so, da ich niemand bin, der sich für andere verbiegt). Ein bisschen blöd fande ich es schon, dass sie mich zuerst nicht wirklich ernst genommen haben, aber dass hat mich in dem ganzen ehrlichgesagt nur noch bestärkt.
Die einzige Bedingung die meine Mama mir gestellt hat war, dass ich mein Essen selber kochen muss. Da ich eigentlich gerne koche war das für mich kein Problem, aber ich muss gestehen, dass mittlerweile fast immer meine Mama für mich mitkocht, da sie einfach die Zutaten auf zwei Töpfe verteilt und bei mir das Fleisch weglässt.
Problematisch wurde es nur, wenn Omi für uns gekocht hat, da sie permanent vergessen hat, dass ich kein Fleisch mehr esse bzw. sie geglaubt hat, dass ich mit dem Vegetarierdasein abgeschlossen habe. Ich nehme ihr das aber nicht übel, da ich sie irgendwo verstehen kann, da ich früher wirklich verrückt nach Fleisch war und nie genug davon bekommen konnte. Und sobald ich sie daran erinnert habe, dass ich immer noch Vegetarier bin, hat sie auch so gut wie möglich versucht entweder das Fleisch rauszuholen, bzw. ich habe mir selbst iwas Tofumäßiges mitgebracht.
Allerdings bin ich eine ziemlich komplizierte Vegetarierin in einer Hinsicht und eine total einfache in anderer Hinsicht.
Ich habe das tragische Problem, dass ich einiges an Gemüse wie Mais, Pilze, Erbsen… (typisches Vegetarier-Gemüse!) nicht mag und mein Herz wirklich so gar nicht dafür erwärmen kann. Auf der anderen Seite habe ich kein großes Problem damit, wenn ich die gleiche Soße esse wie die, wo das Fleisch drin war und ich kann auch  (bei den meisten Sachen) einfach die selbe Pfanne etc. benutzen, worum meine Mutter echt dankbar ist.
Das einzige was sie nicht verstehen kann ist, dass ich recht oft (vielleicht eher gelegentlich…) diese Fleischersatzsachen esse, wie Tofi-Würstchen oder Soja-Schnitzel. Für mich wiederspricht das nicht meinen „Vegetarierregeln“, da ich ja nichts gegen den Geschmack habe, sondern etwas gegen die Tierhaltung und das Fleisch vom Tier habe (dazu zu einem späteren Zeitpunkt mehr).

Aber was ist eure Meinung dazu? Stimmt ihr eher meiner Mutter zu, die findet als Vegetarier sollte man auf diese Produkte verzichten oder seit ihr eher meiner Meinung? Vielleicht seit ihr auch selbst Vegetarier, dann würde ich mih freuen, wenn ich mir schreibt, wie ihr dazu gekommen seid und ob ihr Soja und Tofu Produkte esst.

See you, Saskia xxx

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2 Kommentare zu “mein Weg zum Vegetarier…

  1. Ich glaube, das ist oft so, dass Leute anfangs nicht ernst genommen werden, die plötzlich Vegetarier werden. Ich selbst bin keiner, kenne aber zwei, bei deren Familien das so war. Zugegeben ist es wirklich eine Umstellung, gerade wenn man noch bei den Eltern lebt und diese für einen kochen müssen. Sie sträuben sich dann gerne, weil sie jetzt quasi eine „Extra-Nicht-Wurst“ kochen müssen 😉
    Das mit den Fleischersatzprodukten find ich persönlich manchmal einfach ein bisschen komisch. Schließlich essen ja viele Vegetarier kein Fleisch wegen den Fleischprodukten und dann muss das Ersatzprodukt genauso aussehen wie das Original? Kann ich irgendwie nicht nachvollziehen, aber ich bin ja auch kein Veg, Dein Argument dafür ist allerdings schlüssig und auch nachvollziehbar (auch wenn ich das niemals durchhalten würde, also Respekt!). Wenn es – wie dir – nur darum geht, kein Fleisch mehr zu essen, man zB. die Soße aber noch essen kann, bist du ja noch ein relativ harmloser Vegetarier 😀 und dann kann ich es auch nachvollziehen, dass du die Soja-Kopien isst 😀 ich hoffe, ich konnte meine Meinung ausdrücken und bin dir nicht auf die Füße getreten, bin mir momentan nicht ganz sicher, ob vielleicht doch 😀

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    • 😀 Nein du bist mir nicht auf die Füße vertreten. Verstehe deine Meinung total und vor allem bei den Ersatzprodukten finde ich, kommt es einfach echt darauf an, wieso man kein Fleisch isst. Wollte aber dem nächst auch noch einen Post veröffentlichen, wo ich schreibe, warum explizit ich kein FLeisch esse. 😉

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