Tag 19: true friends

Heute ist einer dieser Tage, wo man am liebsten sofort wieder zurück ins Bett kriechen möchte, um einfach den Tag an einem vorbeiziehen zu lassen. Es regnet, der Wecker hat mich aus einem wunderschönen Traum gerissen und zu allem überfluss sitze ich heute in jedem Fach neben meiner angeblich besten Freundin. Naja, eigentlich ist sie nicht bloß eigentlich meine beste Freundin, sondern sie ist es wirklich, aber im Moment ist es einfach total schwer. Irgendwie kam es zu einem Streit und seit dem steht einfach ALLLES zwischen uns.

Ich atme noch einmal tief ein und betrete dann den Klassenraum, wo sie schon sitzt. Ok. bleib einfach cool, setzt dich hin und hol deine Sachen raus! sage ich mir und schleiche so unauffällig wie möglich zu meinem Platz. Soweit so gut. Verstohlen schiele ich zu ihr rüber in der Hoffnung, dass sie mich anlächelt und mich in den Arm nimmt, doch das tut sie nicht. Ich habe ihr gesagt, dass sie mich in Ruhe lassen soll, aber eigentlich will ich das doch gar nicht. Aber ich will nicht schon wieder die sein, die den ersten Schritt macht.

Die Stunde vergeht quälend langsam und als der Lehrer endlich die Stunde beendet haste ich aus dem Raum und flüchte mich auf die Toilette. In meinem Kopf schwirren tausend Gedanken rum und die einzige Person, der ich sie erzählen kann, befindet sich bloß wenige Meter neben mir und dennoch scheint sie so unendlich weitweg zu sein. Jede Faser meines Körper, meines Herzens, sehnt sich danach ihr mein Herz auszuschütten, sie in den Arm zu nehmen und von mir aus darf sie mich auch abliecken (braucht jetzt keiner von euch verstehen :D) aber mein Verstand wehr sich dagegen und somit gehe ich erneut mit scheinbar erhobenen Hauptes an ihr vorbei, während sich meine Seele zu einem erbärmlichen Embryo zusammenrollt.

So vegetiere ich auch durch die restlichen Stunden, bis zur Mittagspause. Meine aufgebaute Fasade bröckelt und ich habe keine Kraft mehr sie zu halten. In meinem Kopf spielen sich all die schönen Momente ab, die wir zusammen erlebt haben und gleichzeitig werden sie gekreutzt durch meine Sorgen, die ich gerade habe. Ich flüchte in den Regen nach draußen, setzte mich an die Wand und lasse meinen Tränen freien Lauf.

Mein Gesicht ruht auf meinen Knien, als ich plötzlich spüre, wie jemand neben mir sitzt. Verwirrt hebe ich den Kopf und blicke in ihr Gesicht. Meine Gefühle überschlagen sich; ich bin verwundert, erfreut, sauer, traurig, froh. In mir kämpft mein Herz gegen meinen Verstand, während sie mir ihre Arme um die Schultern schlingt und mich an sich zieht. Sie sagt kein Wort, aber sie ist trotzdem für mich da. Sie sitzt hier im Regen bei mir, hält mich im Arm und lässt mich all meine Sorgen an ihrer Schulter ausweinen. Liebevoll küsst sich mich auf die Stirn und fragt mich, was los ist. Ich schütte ihr mein ganzes Herz aus, alles was sich in den letzten Wochen angestaut hat, kommt jetzt endlich an die Oberfläche. Ich erzähle ich einfach alles und es tut unendlich gut. Egal wie toll meine anderen Freunde sind, letztendlich ist doch niemand so wie sie. Sie ist das komplette Gegenteil von mir, in wirklich jeder Hinsicht, aber ich will und kann einfach nicht ohne sie. Wieso auch, sie ist ja da, sie meine Freundin und ich wäre reichlich dumm, wenn ich zulassen würde, dass sie es nicht mehr ist. Aber jetzt ist sie da und das ist das einzige was zählt.

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Bei einer Freundschaft verspricht man sich quasi dasselbe, wie in einer Ehe: „In guten, wie in schlechten Zeiten!“ Die Gesichte ich halb wahr und halb ausgedacht… der Teil mit dem Streit stimmt, aber die konkrete Situation hat es nicht gegeben, dennoch bin ich froh, sie wieder ganz offen meine beste Freundin nennen zu können. (Für dich: #BesteBlödeKuhDerWelt)

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2 Kommentare zu “Tag 19: true friends

  1. Ist wieder super geschrieben 🙂 Und ich kann total nachvollziehen, dass manche Sachen eben doch über einem Streit stehen und wichtiger sind 😉 Gerade wenn man sich richtig schlecht fühlt, kann man den Streit auch mal vergessen und trotzdem miteinander sprechen!

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  2. Pingback: 30 Tage Challenge | lifewithsaskia

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