Hoffnung auf mehr – oder auch nicht… [Kurzgeschichte]

Nervös trete ich von einem Fuß auf den Anderen und schaue mich unentwegt um. Wo bleibt er nur? Gerade als ich davon überzeugt bin, dass ich mir dieses Date nur eingebildet habe und er mich nie in Wirklichkeit danach gefragt hat, kommt er verlegen lächelnd auf mich zu. Er sieht aus wie immer, Jeans, T-Shirt, kurze Haare.

Mit jedem Schritt, den er auf mich zukommt wird mein Herz leichter, fängt aber gleichzeit an, viel schneller zu schlagen. Er ist wirklich hier und ich habe mir das Ganze wirklich nicht nur eingebildet. Kurz bevor er vor mir steht, bekomme ich Panik: soll ich ihn umarmen oder nur „Hey“ sagen oder was? Es war, zumindest für mich, ein lange und nicht gerade einfacher Weg, um jetzt hier mit ihm zu sein. Und ich will es auf keinen Fall vermasseln.

Irgendwie ist es einfach passiert und wir sind Freunde geworden. Wir haben uns alles Mögliche erzählt und schneller als mir lieb war, war ich total abhängig von ihm. Spätestens als wir anfingen zu telefonieren war es um mich geschehen. Ich war so was von verliebt in diesen Kerl, aber das konnte einfach nicht sein. Er war für mich einer meiner besten Freunde geworden und ich hatte keine Lust ihn wegen lächerlicher Gefühle zu verlieren. Lieber eine sichere Freundschaft, als eine unsichere Beziehung.

Als er mich dann vor ein paar Tagen gefragt hat, ob ich mich mit ihm treffen wolle, ganz alleine, war ich so überglücklich, dass ich ganz vergessen hatte, dass ich unsere Freundschaft nicht riskieren wollte. Vielleicht wollte er sich ja einfach nur zum abhängen mit mir treffen, wie Kumpels das nun einmal so tun, redete ich mir ein.

Nun stehe ich hier, mit meinen normalen Shorts einem normalen Top und normalen Chucks. Ich sehe genauso normal aus wie er. Es sieht schon fast lächerlich aus, so normal sind wir gekleidet. Meine Freundin meinte, ich solle mir gefälligst etwas hübsches anziehen, aber wozu? Um mir selbst unbegründete Hoffnungen zu machen? Niemals!

„Hey!“, murmelt er, ebenso unsicher, wie wir uns begrüßen sollen, wie ich. Letztendlich endet es mit schiefem Gegrinse beiderseits. „Dann… ehm… wollen wir mal.“ Ich kichere nervös und könnte mir im selben Moment dafür in den Hintern treten. Kichern? Ernsthaft?

Wir fangen an uns zu unterhalten und es genauso unbeschwert, wie wenn wir telefonieren und ich fange an zu glauben, dass es doch etwas werden könnte mit uns. Wir würden bestimmt gut zusammen passen. Er etwas größer und breiter als ich, ich nicht gerade zierlich aber „normal“. Was sollte da schon schiefgehen?

Wir schlendern durch die Gassen und setzen uns, mit einem Eis bewaffnet, auf eine Bank. Wir sitzen direkt nebeneinander, etwas zu nah, als das es rein freundschaftlich ist, aber auch nicht zu nah. Ich spüre die Wärme, die von ihm ausströhmt und mich wohlig einlullt. Ich starre ihn an, einen Moment zu lange und er starrt zurück. Seine Augen sind wunderschön und für einen absurden Moment bilde ich mir ein, dass er sich langsam auf mich zu beweget. Aber ich habe es mir nur eingebildet. Er schleckt an seinem Eis und guckt wieder weg.

Am Ende gehe ich, wie erwartet, ohne Kuss und festem Freund nach Hause. Und wenn nicht plötzlich einer von uns beiden aktiv wird, wird das wohl auch noch eine ganze Weile so bleiben.


Hast du dich schon Mal so gefühlt? Nicht in der konkreten Situation, aber allgemein, dass du eine Freundschaft nicht aufs Spiel setzen wolltest/ willst?!

See you, Saskia xxx

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2 Kommentare zu “Hoffnung auf mehr – oder auch nicht… [Kurzgeschichte]

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