Märchen und ihre Tücken

Jeder kennt sie und manche lieben sie: die Märchen!

Aber habt ihr schon einmal genauer darüber nachgedacht, WAS eure Eltern/ Großeltern euch da vor die Nase gesetzt und vorgelesen haben?!

Ich meine, eigentlich jedes Märchen könnte locker mit einem Horrorfilm mithalten und solche, sind erst ab 16 freigegeben, aber diese Schauermärchen sind für jeden Kind zugänglich und sogar für sie gemacht. Finde ich ja ironisch.

Aber schauen wir uns das doch mal genauer an:

-Rapunzel wird als Baby gestohlen und in wächst in einem Turm auf

-Schneewitchen wird von ihrer bösen Stiefmutter verfolgt, weil sie hübsch ist und soll deshalb sogar sterben

-Hänsel und Gretel werden von den eigenen Eltern im Wald ausgesetzt, weil sie *Achtung* nicht genug Geld hatten – und dass gleich zwei Mal!

-Aschenputtel (was ein Name?!) wird von ihrer Stiefmutter (kein Wunder, dass Stiefmütter irgendwie immer einen faden Beigeschmack haben…) fertig gemacht, bis zu geht nicht mehr

-Dornröschen kann nur das Leben gerettet werden, indem sie in einem 100 Jahre langen Schlaf fällt (wobei das noch nett ausgedrückt ist)

-Rotkäppchens Großmutter wird von einem Wolf gefressen

Ok, ich höre hier jetzt Mal auf, denn ich denke ihr habt verstanden, worauf ich hinaus will. Und nur, weil es am Ende ein „Happy End“ und eine Lehre gibt, soll das für Kinder geeignet sein?

Eine kurze Aufklärung, zu den Lehren:

-Lass dich nicht stehlen & wenn doch, schneide dir gefälligst die Haare!

-Wag es bloß nicht hübscher zu sein als deine Stiefmutter!

-Da kannst du jetzt wählen zwischen: vergiss niemals die Steinchen oder geh nicht in süßigkeitenbeklebte Häuser (der Schein trügt ihr süßen Engel, aber ich habe hier eine Tüte Gummibärchen für euch ;))

-Wenn deine harte Arbeit nicht anerkannt wird, lass es einfach die Tauben machen!

-Pfoten weg von Nähmaschienen jeder Art!

-Hab entweder keine Oma die alleine mitten im Wald wohnt oder aber pass auf den Wolf auf (bin mir da gerade nicht so sicher :D)

Ich habe gerade Mal in mein überdickes Märchenbuch reingeschaut und mir ist dabei noch etwas aufgefallen: Nicht nur die Geschichten an sich sind die reinsten Horrorstreifen, aber auch die Zeichnungen können den einen oder anderen Albtraum hervorrufen, aber schaut einfach selbst:

Also, wenn ich Mal genauer darüber nachdenke (und Disney an dieser Stelle einfach ignoriere) komme ich zu dem Schluss, dass ich meinen Kindern keine Märchen vorlesen werde, solange sie nicht böse waren. Also versteht ihr: als Strafe gibt es kein Fernsehverbot oder was es auch immer zu der Zeit dann gibt, sondern Märchenstunde. Schließen werde ich das Ganze dann mit: „So meine Lieben… dann gute Nacht! Und vergesst nicht immer ein paar Steine dabei zu haben und zur Sicherheit solltet ihr auch noch mal unter den Betten nachgucken, ob sich da nicht vielleicht etwas versteckt hat!“

ihr seht schon, ich werde eine großartige Mutter, die bestimmt ganz brave Kinder haben wird! 😀

Nein, Spaß bei Seite.

Natürlich haben Märchen auch was schönes, eben weil es immer ein Happy End gibt und jaja ich weiß, sie gehören einfach dazu -blabla- aber ihr versteht, was ich meine, oder???

Was ist eure Meinung zu Märchen? Habt ihr früher oft Märchen gelesen (vorgelesen bekommen) oder eher nicht? Erzählt mal!

See you, Saskia xxx

P.S. denkt bitte immer an die Steinchen!!

P.P.S. Ich habe hier das (Achtung Ironie) tiefsinnigste Märchen allerzeiten gefunden 😀

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19 Kommentare zu “Märchen und ihre Tücken

  1. Ich liebe Märchen
    Gerade die wahren Erzählungen. Und wenn man noch drüber nachdenkt was wirklich passiert…
    Spoiler

    Dornröschen wird vom König missbraucht und bekommt Zwillinge (im schlaf!!)
    Die Stiefmutter von schneewittchen muss in heißen Schuhen tanzen bis sie stirbt
    Rapunzel wird in der wüste ausgesetzt
    Jaja
    Schön xD
    Liebe grüße
    Lilly

    Gefällt 2 Personen

  2. Das Ding ist ja, dass das meist noch die harmlosen Versionen sind
    Die echten Märchen sind ja noch 10 mal schlimmer 😂 die Stiefschwestern von Aschenputtel haben sich die Versen abgeschnitten, Rotkäppchen isst unwissend ihre Oma und Dornröschen wird im Schlaf vergewaltigt….. also da habe ich die Disneyversionen lieber 😛 Wenn man jetzt mal darüber nachdenkt sind auch die harmlosen Geschichten nicht kindgerecht, wie du ja auch sagst. Ich bin auch nicht so der Fan davon :/ Disneyfilme sind toll und ich mag sie, aber die Botschaft die sie übermitteln sind einfach nicht lehrreich.

    Gefällt 1 Person

    • Also das mit Aschenputtels Stiefschwestern kommt aber doch auch in den „neuen“ Märchenversionen vor. Zumindest war das in meinen Märchenbüchern (obwohl ich keine Märchen mochte, wurden sie mir tzd vorgelesen xD) und da haben die Tauben dann immer gerufen „Ruckediku, Blut ist im Schuh, die Braut ist die Falsche“ oder sowas in die Richtung 😀 Wie das jetzt bei Disney ist, weiß ich nicht, weil ich die Filme nie geguckt hab 😂

      Gefällt 3 Personen

    • Ah ok 😀 Ich glaube bei Disney haben sie nur versucht sich in die Schuhe zu quetschen 😀
      Das erinnert mich aber jetzt auch an den Struwwelpeter. „Miau Mio, das Kind brennt lichterloh.“ Die Geschichten sind für Kinder ja auch ziemlich heftig 😄 Aber da lernt man wenigstens, das man nicht mit Feuer spielen darf 👍

      Gefällt 2 Personen

    • Ja das waren auch echt krasse Geschichten. Also wenn ich mir mal so überlege, bin ich doch froh, dass ich hauptsächlich Conni, Felix und Pixibücher vorgelesen bekommen habe 😀

      Gefällt 1 Person

  3. Als ich meiner Kleinen zum ersten Mal ein Märchen vorlesen wollte, habe ich fast die Hälfte des Textes nicht gelesen… Seitdem achte ich sehr darauf, vorher selbst das Märchen zu lesen und vor allem die Bilder auch anzusehen. Ich stimme die vollkommen zu 🙂
    Zum Glück haben manche Buchausgaben den Text schön umgeschrieben, so dass man die Geschichte relativ ruhigen Gewissens vorlesen kann 😉

    Liebe Grüße,
    Anna (die als Kind Alpträume wegen einer Märchenerzählung hatte… brrr :D)

    Gefällt 1 Person

  4. Ich bin ja absoluter Märchen-Fan, obwohl ich die grausige Wahrheit kenne xD
    Das Ende von Rapunzel ist ja im Original auch sehr krass, schließlich wird sie mit ihren Kindern in die Wüste geschickt, während ihr Prinz sein Augenlicht durch Dornen verliert (es gibt wengistens ein Happy End 😀 ).
    Bei Aschenputtel werden den bösen Stiefschwestern am Tag der Hochzeit auch noch die Augen ausgestochen und über „Die kleine Meerjungfrau“ möchte ich wirklich nicht reden xD

    Liebe Grüße! (:

    Gefällt 1 Person

  5. Wir haben das mal im Deutschunterricht diskutiert… Das Märchen ursprünglich mal Kritik an der Gesellschaft üben wollten und so… Ich finde es auch krass was man Kindern da vorliest.

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  6. Oh ja… kennst du das Märchen von Blaubart? Da heiratet die Hauptperson (eine junge Frau) einen Typen und stellt fest, dass er seine vorigen vier Frauen umgebracht hat, weil sie die Leichen in einer Kammer findet, und dann bringt er sie auch fast um, weil sie das Blut von dem Schlüssel für die Kammer, in die sie halt eigentlich nicht hätte rein gehen dürfen, nicht mehr abbekommt… ich meine hallo?? Wer denkt sich denn sowas als Märchen für Kinder aus??
    Aber was ich auch sehr interessant finde, ist eben, dass es den Kindern einfach überhaupt nichts ausmacht.

    Gefällt 1 Person

  7. Pingback: Corlys Lesewelt

  8. Huhu,

    Deine Ironie ist herrlich.

    Aber ja. Ich kann deinen Beitrag in etwa so unterstreichen und hab das auch schon das ein oder andere mal gedacht. Märchen sind eigentlich ziemlich grausig und nicht für Kinder geeignet. Aber das seh ich auch immer wieder bei anderen sogenannten Kinderbüchern. Kann man sich nicht mal ein schönes Märchen ausdenken wo nicht gleich immer was schlimmes paasiert? Wäre mal was neues!

    LG Corly

    Gefällt 1 Person

  9. Hi!

    Ich bin grade bei Corlys Stöberrunde auf deinen Beitrag gestoßen.
    Ich liebe Märchen und ich habe sie schon als Kind geliebt und auch meinen Kindern vorgelesen.
    Ja, die meisten Märchen sind gruselig oder traurig – ABER sie haben immer ein Happy End (zumindest die Märchen die ich mag xD) Und genau darum geht es.
    Kinder sehen diese ganzen gruseligen Sachen gar nicht so, wie wir Erwachsene sie sehen. Sie stellen sich das in ihren kindlichen Köpfen so vor, wie sie es verkraften. Deshalb sind Bücher ja auch viel wichtiger als Filme. In Filmen wird ihnen alles bildlich aufgedrängt. Beim Vorlesen können sie sich alles selber so vorstellen, wie es ihrer Entwicklung passt.
    Und selbst wenn sie sich ein bisschen gruseln, was ist daran so schlimm? Die „heile Welt“ gibt es eben nicht und gerade in Märchen lernen sie das kennen, ohne Schaden zu nehmen. Wie gesagt, ich als Kind habe die Märchen geliebt und nie Angst gehabt deswegen, genauso wenig meine Kinder ^^

    Die Botschaft für mich war dabei immer, egal, wie schlimm es scheint, es geht am Ende immer gut aus 😉

    Liebste Grüße, Aleshanee

    Gefällt 1 Person

  10. Pingback: Corlys Themenwoche: 13.2. Märchen: Sind Märchen wirklich kindergerecht? | Corlys Lesewelt

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