Storytime: geCATFISHed?!

Man nehme ein Mädchen (19) und nenne sie Naiv und man nehme einen Jungen (19) und nenne ihn Arschloch. Eigentlich erzählt das Ganze schon ohne Worte die Geschichte, aber ich will euch ja die Details nicht vorenthalten.

Naiv ist in, sagen wir… Australien und kurz davor einen Roadtrip zu starten. Alleine macht soetwas ja keinen Spaß, weshalb sie bei Facebook in einer Travel-Gruppe nach Travelmates sucht. Einer der Bewerber (Achtung, jetzt kommt Arschloch ins Spiel) hat es ihr besonders angetan und nach einem recht langen Telefongespräch will ihr das Dauergrinsen nicht mehr so recht aus dem Gesicht weichen (deshalb ja auch der Name DAUERgrinsen *verdreht die Augen*).

Aus geldtechnischen Gründen kann Arschloch doch nicht mit und Naiv ist enttäuscht. Aber das Leben geht weiter, so wie die Reise und das Schreiben mit Arschloch. Da sie sich nicht sicher ist gibt sie ihm die Möglichkeit zu fliehen, bevor sie anfängt ihn zu nerven und vollzutexten. Er bleibt (sehr gerne, wie er behauptet).

Schnell werden die Gespräche privater und niedlicher (im coolen Sinne!). Und es besteht noch die Hoffnung sich irgendwo Unterwegs zu treffen (Er schreibt darauf so süße Sachen wie: Ein Tag treffen reicht, dann kann ich dich einfach klauen – Quiiiiiiiitsch!) auch wenn er ihr scheinbar immer ein paar Tage zufrüh davon reist.

Teilweise übermant Naiv das Gefühl, dass sie viel zu viel in alles rein interpretiert, auch wenn sein Flirt und die unnormal hohe Anzahl an Herzchen eigentlich schon für sich sprechen. Sie versucht so ehrlich wie möglich mit ihm zu sein, denn was hat sie schon zu verlieren?! Nichts, außer ihre Hoffnung, endlich jemanden zu finden, der sie wirklich so mag, wie sie ist, zu verlieren.

Und dann ist der Tag gekommen. Der Tag andem sie IHN trifft. Der Roadtrip, der zwar sehr schön war, aber immer etwas überschattet von dem Wisssen IHN bald zu sehen, ist vorbei und sie checkt in das Hostel ein, indem auch er ist. Fast hätte sie sogar sein Angebot angenommen bei ihm im Bett zu schlafen (BEI nicht MIT!), aber man möge sagen, zum Glück nicht.

Ab diesem Moment wird Naiv immer mehr bewusst, wie naiv sie war und was für ein Arschloch Arschloch ist.

Sie wartet auf ihn und er lässt seelenruhig auf sich warten, mit dem Wissen, dass sie unten sitz und niemanden kennt. Alleine ist.

Das letztendlich erste Aufeinandertreffen ist ihr mehr als unangenehm und das Gefühl verarscht zu werden ist nicht nur ein Gefühl, sondern irgendwie die Realität. Sie muss feststellen, dass er schüchterner ist, als sie vermutet hätte, aber lässt sich davon nicht beirren und ist gewillt einen Weg zu finden. Arschloch scheinbar nicht…

Der nächste Tag bricht an und ein neues Treffen wir vereinbart. An der Lagune, wieder in Begleitung seiner Bodyguards (ach, habe ich das noch gar nicht erwähnt?! Er ist immer mit mindestens einem seiner drei Freunde unterwegs), gesteht Naiv sich zum ersten Mal ein, dass er womöglich doch nicht nur schüchtern ist, sondern ernsthaft scheiße. Sie wird mehr oder weniger ignoriert, während sie dagegen ankämpft, sich in der Öffentlichkeit die Blöße zu geben, zu zeigen, wie es ihr wirklich geht.

Das Problem, wenn man im selben Hostel ist, dass man sich IMMER und ÜBERALL begegnet und exessives Ignorieren beiderseits (sie, weil sie angepisst ist und er weil… ehm… Arschloch und so?!) verbessert die Situation nur mäßig.

Die Tage vergehen, Naiv wird krank, ihre neuen Bekannschaften/ Freunde kommen und gehen und Arschloch ist und bleibt ein Arschloch.

Und dann kommt der Morgen, wo seine Bodyguards mal wirklich von seiner Seite gewichen sind (sie sieht ihn alleine beim „Frühstück“ in der Küche) und sie die Chance nutzt, sich neben ihn pflanzt und ein überfröhliches „Hallo, na, wie gehts?!“ ins Gesicht strahlt. Offen wie sie ist, konfrontiert sie ihn mit ihren „Gefühlen“ (naja, vielleicht die verharmloste Variante, weil Schwäche zeigen nicht Naivs Stärke ist) und er ist verlegen AF. Aber es war schön, irgendwie. Die Hoffnung in Naiv keimte wieder auf.

Und tatsächlich, er fragt sie nach einem weiteren Treffen und für Naiv gibt es keine andere Antwort als „JA“. Zwar ist sie sich schon dessen bewusst, dass er nicht der strahlende Ritter ist, wie sie sich das vorgestellt hat, aber vielleicht ist er zumindest nicht der Teufel den sie befürchtet.

Da Naiv sich etwas verquatscht muss er auf sie warten und auch wenn sie es eigentlich hasst andere warten zu lassen, fand sie es irgendwie gut so. Fair.

Der Nachmittag war eigentlich ganz lustig, bis zwei seiner Bodyguards wieder aufgetaucht sind, er sich ihnen angeschlossen hat und sie alleine zur Lagune gegangen ist, wo sie sich dann mit ihrem alten Roommate getroffen hat, der am nächsten Tag abreisen würde.

-In der Zwischenzeit musste Naiv das Zimmer wechseln, da es Probleme mit dem Bad aufm Zimmer gab. Wie das verfickte (sorry) Schicksal es wollte, landete sie in SEINEM Zimmer-

Jedes Mal, wenn sie das Zimmer betrat und er auch da war (in der Regel immer einen Film guckend) schlug ihr verräterisches Herz ein ticken schneller in der Hoffnung, dass er sie dieses Mal vielleicht doch mal ansprechen würde und mit ihr redet, wie er mit ihr geschrieben hat. Genaugenommen hat er jedoch nie mit ihr auf dem Zimmer geredet und sie haben es sich für eine verfickte (sorry) Woche geteilt.

Und dann kam die Nacht, die wie ein Fausthieb in den Magen war. Sie weiß nicht, was sie sich erwartet hatte, aber sie ist nun mal naiv. Arschloch und seine Bodyguards machen sich für eine Party fertig während Naiv auf ihrem Bett liegt und liest und dann fangen sie an zu reden. Sie reden darüber, wo sie hin gehen und vor allem wen sie treffen. Naiv hat vielleicht kein Recht darauf eifersüchtig zu sein, aber in ihr drin kocht es, als sie hört, dass er eine anderes heißes Mädel trifft. Am liebsten würde sie aus dem Zimmer stürmen, doch sie hat kein Pokerface und will Arschloch plus Bodyguards nicht die Genugtuung geben mit verzehrtem Gesicht an ihnen vorbei zu stürmen.

Eigentlich ist das die Bestätigung, nach der sie die ganze Zeit gesucht hat: er mag sie nicht. Er verarscht sie nur. Nur reicht ihr das nicht. Sie will wissen wieso und wenn sie ganz ehrlich ist, will sie nur einen guten Grund hören, um das alle zu Rechtfertigen und doch noch ihren Prinzen zu entdecken (ok, dass ist vielleicht eeetwas melodramatisch).

Sie ist verletzt, sie ist angepisst und vor allem ist sie überfordert. Sie will es doch nur verstehen. Sie glaubt immer noch, dass er ein guter Kerl ist und ein Teil von ihr will einfach nur zurück zu dem Moment, wo sie sich noch nicht getroffen hatten und er so wundervoll in ihre erschaffene Traumwelt hineinpasste. Doch der rationale Teil in ihr will einfach nur über ihn hinwegkommen.

Und die Tatsache, dass er angedeutet hat eifersüchtig auf ihren Bettnachbarn und einen anderen Freund gewesen zu sein, ist auch nur eine kleine Genugtuung (zumal sie einfach nur mit denen geredet hat… also die haben halt tatsächlich mit ihr gesprochen und sie sah nicht ein zwei Wochen schmollend rumzusitzen und zu warten, dass ER endlich über seinen Schatten springt, ohne dabei das Beste aus der Situation zu machen… naja und das die Meisten, mit denen sie zu tun hatte Kerle waren, war ehrlich nur Zufall und die meisten wussten zumindest zum Teil sogar über diese… Situation bescheid).

Jemand der sie nur ignoriert und keine Zeit für sie hat, sobald seine Freunde in einem 1km Radius sind, ist es nicht wert und sie hat was besseres verdient. Und trotzdem sitzt sie hier, ingeheim darauf hoffend, dass er sich doch noch mal bei ihr meldet.

Aber hey, zumindest eines hat Naiv gelernt: Man kennt jemanden erst, wenn er vor einem steht. Beim schreiben kann jeder Prinz Charming sein, aber es kommt auf das echte Leben an.

See you, Saskia xxx

P.S. du wolltest ja so gerne in meinen Blog

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18 Kommentare zu “Storytime: geCATFISHed?!

  1. Pfff… was für ein unreifes Idioten „A********“! 😤 Und dann schickt das Schicksal dich auch noch in sein Zimmer?! Wie viel Pech muss der Mensch in einer solchen Situation haben?! 😂 Denken wir mal kurz darüber nach.. in einem Buch würden wir sofort wissen in welche Richtung sich die Story dann plötzlich entwickelt, aber im Leben läuft natürlich alles anders. Der Idiot bleibt ein Idiot und ist auch einfach ein … Idiot. 🙄

    Fühl dich *geknuddelt*
    Bonny von ‚NureinBuch‘

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  2. Oh man, das tut mir wirklich leid. Etwas ähnliches ist mit meiner besten Freundin passiert. 1 1/2 Jahre haben sie geschrieben und wenn es um das Treffen geht hat er nie Zeit und dann ist er mal in der Stadt hat aber wichtiges zu tun usw. Sie haben sich nie getroffen und zum Glück hat sie den Kontakt abgebrochen.
    Ach ja, das ist alles nicht so leicht…. Ich hoffe du kommst schnell über ihn hinweg, denn solche Menschen sind es echt nicht wert!

    Gefällt 1 Person

  3. Hä also wenn es den Typen wirklich gibt und ich darf davon ausgehen oder?, dann kannst du mir seine Adresse geben. Wir gründen eine Gruppe mit Büchermenschen und laufen dann alle schön zusammen zu ihm und hauen ihm jeweils ein 1000 Seiten Buch auf den Kopf – vielleicht versteht er es dann. 😄😬
    Die Person Naiv ist eigentlich gar nicht naiv, sondern einfach nur ein Mensch mit Gefühlen, die drücke ich sehr fest und schlecht muss sie sich auch nicht fühlen. Aber ja, Arschloch ist ein Arschloch und bleibt ein Arschloch und wird die nächsten 100 Jahre auch noch ein Arschloch bleiben. Verdient natürlich. 😉
    Hoffentlich hat das Schreiben geholfen! ❤️

    Gefällt 1 Person

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