Rezension: Marthas Widerstand

Schon jemals per Telefon oder Online für irgendwas gevotet? Ja?! Aber würdest du auch voten, wenn es um die Todesstrafe geht?

cover108999-medium.pngTitel: Marthas Widerstand

Autor: Kerry Drewery

Verlag: Bastei Lübbe

Format: eBook

Besonderes 1: Auftakt einer Reihe

Besonderes 2: Reziex von NetGalley, DANKE!!

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In Marthas Welt gibt es ein ziemlich inovatives Gerechtigkeitssystem, was soviel heißt wie: „Weg mit dem Gericht und her mit dem Telefonvoting!“ – Ähm, bitte was?!

Vor einigen Jahren wurde beschlossen, dass Gerichte zu viele Fehler machen, wie, dass Mörder durch einen Formfehler wieder freigelassen werden. Heute werden die beschuldigten ohne Anhörung und Beweisen über sieben Tage in sieben verschiedene Zellen gesteckt, während das Volk abstimmen kann, ob die Person schuldig (und somit die Todesstrafe am siebten Tag erhält) oder unschuldig ist.

Genau diesem Verfahren ist Martha jetzt am eigenen Leib ausgesetzt. Sie ist die erste Jugendliche, die in der Todeszelle sitzt, aber die Leute haben kein Mitleid, immerhin sagt sie selbst, sie ist schuldig und hat den beliebten Jackson Paige ungebracht.

Aber hat sie das wirklich? Und kann es sich bei dem Ganzes überhaupt um Gerechtigkeit handeln, wenn nur die Reichen das Geld für das Voting haben und sogar so oft anrufen können, wie sie wollen, während die Leute aus den Kratzern kaum genug Geld zum Überleben haben?! Kann es sein, dass hinter Marthas angeblich ausgeübten Mord viel mehr steckt?

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Puh, jetzt nach dem Lesen muss ich erstmal kurz aufatmen und dafür beten, dass unsere Gesellschaft NIE NIE NIE so verkorkst und krank wird.

Fangen wir aber erstmal mit dem Buch an sich an.

Martha ist ein starker Charakter, die selbst nicht weiß, WIE stark sie eigentlich ist. Sie ist bereit sich für das größere Wohl zu opfern. Sie kämpft gegen das jetztige Gerechtigkeitssystem „Auge um Auge“, indem sie diesem selbst zum Opfer fällt, aber sie hat einen Plan und sie ist nicht alleine. Diese Tatsache macht sie durchaus sehr sympatisch und ich bewundere ihren Mut, denn ich glaube nicht, dass ich genug Mumm hätte, für eine so wackelige Sache zu sterben.

Eve ist hingegen schon viel eher ein Charakter, der mir ähnlich kommt. Sie übt einen stillen Widerstand aus, indem sie als psychologische Betreuerin im Todestrakt arbeit. Sie hat ein gutes Herz und ist mit ihren emotionalen „Ausbrüchen“ sehr realistisch dargestellt.

Isaac ist ein wirklich guter Kerl und ich mag ihn wirklich gerne, aber ich muss gestehen, dafür, dass ich eigentlich die männlichen Charaktere in einer Buch mehr feier als die Weiblichen, hat er mich in diesem Buch nicht so sehr berührt, wie ich erwartet hatte. Irgendwie spielt er zwar eine wichtige Rolle und wird auch sehr positiv und gut dargestellt, aber mir als Leser fehlt etwas die emotionale Bindung zu ihm.

Die Moderatoren der Fernsehsendung „Auge um Auge“ haben die höhere Gesellschaft gut widergespiegelt, wobei ich vor allem interessant fand, dass Joshua immer mal wieder durchblicken lies, dass er das Ganze doch nicht ganz so fair findet und vor allem, dass er auch ein Herz hat, auch wenn er dies eher zwischen den Zeilen gezeigt hat.

Der Schreibstil war zugegeben vor allem am Anfang etwas Gewöhnungsbedürftig. Es sind oft kurze Sätze, was das genaue Gegenteil von dem ist, was ich selbst anwende, aber ich habe auch schon deutlich schlimmeres gesehen.

Als mir gegen Ende klar wurde, dass es wahrscheinlich eine Fortsetzung gibt habe ich ehrlich aufgestöhnt. Versteht mich nicht falsch, ich finde das Buch durchaus gelungen, und prinzipiell habe ich auch nichts gegen Fortsetzungen, aber ich finde es etwas nervig, dass jede Dystopie immer gleich eine Trilogie sein muss… ich  weiß demnach noch nicht, ob ich die Forsetzung lesen werden oder nicht.

Dieses Buch hat Tiefe und ist gewiss kein Buch für „mal eben zwischendurch“. Es regt unweigerlich zum Nachdenken an, denn wie unwahrscheinlich ist es wirklich, dass unsere Gesellschaft mal so krass abdriftet und alles verdreht? Wir reden ja immer so schön flott von der Demokratie, aber sollte das Volk wirklich die Macht darüber haben (ohne Beweise und Gerichtsverfahren) Menschen zu Tode zu verurteilen? Und das auch noch mit einem Votingsystem, wo ganz klar die Reichen die Oberhand haben?

Die Antwort ist NEIN, meine Lieben, NEIN, das Volk, DIE REICHEN, sollten, NIE NIE NIE diese Macht besitzen. Und die hier sehr raikale Stumpfheit der höheren Gesellschaft ist schockierend und angsteinflössend.

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Was haltet ihr von diesem „Auge um Auge“-Telefonvoting-Gerechtigkeits-System?!

See you, Saskia xxx

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6 Kommentare zu “Rezension: Marthas Widerstand

  1. Sehr gute Rezension! Das Buch steht schons eit langer Zeit auf meinem Wunschzettel und gestern habe ich es als Rezensionsexemplar erhalten. Dank deiner Rezi freue ich mich noch mehr darauf.
    Also wenn die Geschichte so gut gesponnen ist wie ich es mir erhoffe, werde ich auf jeden Fall den nächsten Teil lesen. Ich mag Mehrteiler total (außer wenn es 12 Bücher+ sind) und Dystopien sowieso 😀
    Was ich von dem „Auge um Auge“-Telefonvoting-Gerechtigkeits-System halte? Also das Buch habe ich noch nicht gelesen, aber ich weiß, dass es grauenhaft ist. Es gibt einen Grund wieso es unabhängige Richter gibt und das ist auch gut so!
    Lg,
    Leana

    Gefällt 1 Person

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