Bin ich die nächste Bestseller-Protagonistin?!

Wir alle kennen sie, ohne sie überhaupt zu kennen: die Standartprotagonistin eines gefühlt jeden Jugendbuches. Anna hat mich mit ihrem Beitrag „10 Anzeichen, dass du eine YA-Protagonistin bist“ überhaupt erst auf die Idee gebracht, also DANKE dafür! Hier kommen jetzt meine 9 Kriterien, die eine alltägliche YA-Protagonistin ausmachen, im direkten Vergleich zu mir. Am Ende werden wir also endlich wissen, ob ich im nächsten Bestseller mitspiele, oder nicht.

Lasst uns eine typische Protagonistin erstellen… nennen wir sie… Miri.


Ein wirklich wichtiger Faktor, um Miri zu einer 0-8-15 Protagonistin zu machen, ist der „graue Maus“ Effekt, sprich: unscheinbar, schüchtern und absoluter Durschnitt. Ich denke die Autoren meinen es eigentlich nur gut und wollen damit sagen, dass du nicht super-exentrisch und beliebt sein musst, um toll zu sein. Schön und gut, aber etwas ausgelutscht die Idee, oder?!

Also, bin ich ein graues Mäuschen? Wohl eher nicht. 1 – 0 für Saskia! Ich würde mich eher als Gegenteil bezeichnen: ich bin bunt, laut und fröhlich. Zwar habe ich auch meine schüchternen Momente, aber die verfliegen schnell.


Habe ich gerade gesagt, dass Miri absoluter Durschnitt ist? Na, dass meinte ich so, dass sie es zu BEGINN des Buches ist, aber mit der Zeit kommt dann auch die Transformation und die graue Miri ohne Make Up und immer mit Pferdeschwanz wird zur Weltschönheit, weil, wegen… muss ja. Also klar, jeder ist toll und so, aber um in ein Buch zu kommen, musst sie dann doch irgendwann ihre abnormale Schönheit zur Schau stellen.

Also ich mag ja wie ich ausschau, aber als exotische und atemberaubende Schönheit würde ich mich jetzt nicht gerade beschreiben. Zu blöd aber auch.


Ich meine Miri ist ein Mauerblümchen, natürlich muss sie auch noch unerfahren sein, was die Liebe angeht. Wenn sie Glück hatte, hatte sie schon einen Freund, aber so richtig voran ist es in der Beziehung auch nicht gegangen.

Tja, jetzt steht es dann wohl  2 – 1, denn ich bin tatsächlich ziemlich unerfahren, es sei denn man zählt meine Bücher-Liebes-Erfahrungen dazu, dann bin ich ein absoluter Pro! Kein Freund in sicht, egal, ob man nach hinten oder nach vonre schaut.


Hand in Hand mit der Unerfahrenheit geht natürlich die Naivität. Miri ist eine gute Seele und geht davon aus, dass die Anderen es auch sind. Ohne weiter darüber nachzudenken lässt sie sich auf etwas oder jemanden ein, der/ die/ das vielleicht nicht das Beste für sie will. Desto dramatischer, desto besser.

Teils würde ich mich schon naiv nennen, aber ich bin nicht dumm. Ich denke gerne für mich selbst und bin besonders in Bezug auf Kerle eher skeptisch als Naiv.


Mit der plötzlichen Schönheit kommt dann auch die charakterliche Änderung. Selbstverständlich bleibt Miri noch ein guter Mensch, aber dieses Mal mit Feuer unterm Hintern. Sie lässt die Sau raus, trinkt dann und wann einen zu viel und gibt sich mit den falschen Menschen ab.

Haha, nö! Es ist mir noch nie passiert und ich bin mir ziemlich sicher, dass es nie zu diesem Abrutsch kommen wird, also weiter geht’s.


Der Grund für all die Änderungen ist natürlich das männliche Geschlecht. Während normale Menschen schon Probleme habe nur einen Kerl für sich zu gewinnen, schafft Miri es irgendwie gleich die Aufmerksamkeit von zwei Schönheiten auf sich zu ziehen. Im Idealfall ist einer davon total süß und lieb und der andere ein Draufgänger und BadBoy. Miri mag sie beide, aber der BadBoy ist natürlich um einiges aufregender.

Das ist so eine absurde Situation in meinem Leben, dass ich noch nicht einmal davon träumen würde. Wie viel steht’s jetzt? 5 – 1?!


Während Miri ihr Schneckenhäuschen verlässt kommt es natürlich auch zu Problemen – ich meine zwei Kerle gleichzeitig, kein Ding und so. Ihre Welt scheint kurz vorm untergehen. Dabei kann der Autor dann auch ganz kreativ werden, sei es eine plötzliche Alkoholabhängigkeit oder der Tod einer nahestehenden Person. Und falls es nicht Miri selbst ist, die abrutscht, dann aber ihr Geliebter und Miri ist natürlich die EINZIGE Person auf der ganzen Welt, die ihm helfen kann.

Nöp. Also ja, ich hatte auch schon meine Momente, vor allem als Teenager, aber, aber… ok, geben wir dem Ganzen einen halben Punkt. 5 – 1,5


Ist euch mal aufgefallen, dass Familie in YA-Büchern immer eher negativ oder gar nicht angesprochen wird? Ich glaube wir machen Miri zu einem Einzelkind mit einer an Krebs verstorbenen Mutter. Ja, dass ist gut, dann fehlt ihr eine Bezugsperson und so. Gefällt mir. *verdreht die Augen*

Ich bin zwar kein Einzelkind, aber so ganz rosig ist meine Familienbeziehung auch nicht. In der Hinsicht bin ich also dann doch eine geeigente YA-Protagonistin.


Und wenn das alles drin ist, fehlt ja eigentlich nur noch die Offenbarung einer geheimen Parallelwelt oder magische Kräfte und das Buch schreibt sich von alleine. Miri könnte zum Beispiel die verschollene Prinzessin eines geheimen Feenreich sein und wie das nun mal so ist, kann nur Miri die Welt retten, weil Miri.

Zu blöd… ich warte schon seit 9 Jahren auf meinen Brief, Kleiderschränke bleiben bei mir immer Kleiderschränke und egal wie oft ich Stimmen höre, sie sind immer nur in meinem Kopf und nicht von winzigen Elfengestalten. Bleibe dann wohl doch „normal“.


Da haben wir den Beweis: ich lebe im echten Leben ohne wenn und aber.

Wie ist es mit euch, seid ihr vielleicht die nächste Bestseller-Protagonistin?

Was macht für euch einen 0-8-15 Charakter aus? Habe ich etwas vergessen?

See you, Saskia xxx

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6 Kommentare zu “Bin ich die nächste Bestseller-Protagonistin?!

  1. Irgendwie cool die Idee. Du hast eindeutig gewonnen! Du bist super yay!
    Ich finde, die ganzen Autoren sollten weg von diesen blöden Gören, die eigentlich super schüchtern sind und sich ihrer Schönheit nicht bewusst sind, aber dann irgendwie doch extrem zum Vamp werden.

    xoxo

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  2. Ich musste ja ab und an richtig lachen!
    Ganz schlimm finde ich es, wenn Charaktere einfach nur schwarz oder weiß dargestellt werden. In jedem schlummert doch irgendwo etwas Gutes und etwas Schlechtes. Und gerade die „Bösen“ sind doch viel interessanter – warum sind sie so böse? Was hat sie dazu gemacht?
    Die Dreiecksbeziehungen müssen entweder authentisch gemacht sein – in der Talon-Saga richtig gut gelungen – oder sie sollten weggelassen werden. Da muss ich immer mit den Augen rollen.
    Und diese ewige „Auserwählten“-Sache und dass die Protas immer einfach alles können ohne sich anstrengen zu müssen… Aber so ist das nunmal und es gibt ja ausreichend Genres, auf die man ausweichen könnte. 🙂

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    • Vorweg, danke fürs quasi-Kompliment 😀
      Ja das mit dem schwarz-weiß darstellen ist tatsächlich so eine Sache… manchmal bräuchten die Charaktere mehr tiefe und Vielschichtigkeit.
      Ehrlich gesagt habe ich von Talon nur den ersten Teil gelesen, weil ich wusste, dass eine Dreiecksbeziehung auf mich warten würde und da hatte ich keinen Nerv für 😛
      ZUm Glück, ja, und zum Glück gibt es doch auch YA-Bücher mit interessanten Charakteren 😀

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    • Ich hab die Talon-Saga auf Englisch gelesen. Will dich also nicht überreden, weil ich nicht weiß, wie die deutsche Übersetzung ist. Aber die Dreiecksbeziehung stört in der Geschichte gar nicht, weil sie nur nebensächlich ist und weil sie sich schnell entscheidet und es kein ewiges Hin und Her gibt. Also, vllt doch noch eine Chance geben!😉

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